Ziele
PRODUKT VISION
Der Schwerpunkt des bereitgestellten Produkts lag auf Benutzerfreundlichkeit, Self-Service und einfacher Bedienung. Forschende aus den unterschiedlichsten Bereichen wurden in inter-universitäre Data-Sharing-Prozesse involviert. Es war notwendig, Forschungsdaten reproduzierbar zu machen und dafür professionelle und hochpotente Ressourcen nutzen zu können, ohne dazu notwendigerweise etwas auf dem eigenen Gerät installieren zu müssen oder Zeit für das Einrichten der benötigten Umgebung zu verschwenden. Da Zeit eine knappe Ressource ist, sollte die angebotene Lösung helfen, dieses kostbare Gut im Forschungs- aber auch im Lehrkontext zu sparen. Um dies zu ermöglichen, lag ein besonderer Fokus auf der vollautomatischen Bereitstellung der jeweiligen Benutzeranwendungen. Wie dies gewährleistet werden sollte, erfahren Sie im Abschnitt Warum glauben wir an diese Vision? Das Ziel war es dabei, verschiedene Bereiche von Entdeckung von Applikationen und Ressourcen über Entwicklung bis hin zur Bereitstellung der Applikationen abzudecken.
| Anwendungsbereich | Fokus |
| Entdecken |
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| Entwickeln |
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| Ausführen |
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Warum glauben wir an diese Vision?
Aus Interviews und Feedback ging hervor, dass Nutzer*innen die Möglichkeit haben wollten, eigene Applikationen umzusetzen und auszuführen, ohne sich dabei um die darunter liegenden Schichten der Infrastruktur und insbesondere des Netzwerkes und der Datenübertragung zu sorgen. Für schnellen und übersichtlichen Zugang sollte ein self-service User-Portal sorgen, um sich von dort auf verschiedensten Diensten zentral anzumelden und Zugriffsrechte zu verwalten. Des Weiteren war es eine große Zeitersparnis, in jedem Portal Applikationen zu erstellen, zu erweitern oder auf vorhandene zurückzugreifen, ohne am eigenen PC etwas installieren zu müssen. Das Portal war über eine standardisierte Schnittstelle mit dem jeweiligen Back-End verbunden. Dabei handelte es sich einerseits um den jeweiligen High-Performance-Cluster oder aber auch um andere Rechenressourcen, welche die jeweiligen Universitäten selbst zur Verfügung hatten. Die Daten lagen bei der jeweiligen Universität, konnten allerdings, bei Bedarf, einfach mit anderen Universitäten über gezielte Zugriffsrechte geteilt werden.
Bei der geplanten Lösung handelte es sich nicht um eine zentral verwaltete Infrastruktur, viel mehr sollten Universitäten die Möglichkeit bekommen, diese über eine einfache Anwendungsoberfläche, bei Bedarf selbst bereitzustellen. Diese Vorgehensweise wird IaC genannt – Infrastruktur als Code. Das machte es den Nutzerinnen einfach, selbständig zu arbeiten und nicht auf einige wenige Expertinnen angewiesen zu sein. Die Anwender*innen mussten sich dennoch nicht um die darunter liegende Architektur kümmern. Die föderierte Datenverwaltung ermöglichte es, Kontrolle über die Daten zu behalten und gleichzeitig die Möglichkeit zu haben, sie mit anderen Universitäten auf einfache und benutzerfreundliche Weise zu teilen.
Die folgende Grafik zeigt jene Vision in ihren möglichen Komponenten.
Produkt Strategie
Während des Projekts wurde jedes Produkt oder Service in drei Phasen getestet und ausgerollt. Jede Phase hatte eine andere Zielgruppe, welche das nach der jeweiligen Phase bereitgestellte Produkt verwenden konnte. In der ersten Phase konnten Projekt-Team Mitglieder der verschiedenen Partneruniversitäten das Produkt verwenden, in der zweiten Phase wurde dieser Nutzerinnen-Kreis durch sogenannte „Friendly Users" erweitert, dabei handelte es sich um ausgewählte erfahrene Anwenderinnen. In der dritten und finalen Phase dieses Projektes wurde diese Benutzerinnengruppe um ausgewählte tatsächliche End-Anwenderinnen erweitert. Ein österreichweites Roll-Out (sog. Produktiv-Betrieb) war erst am Ende des Projekts geplant.
Die folgende Grafik soll dies besser veranschaulichen.
Fazit des Projekts
Ziel des Projektes war die Entwicklung und der Aufbau einer universitätsübergreifenden Rechner-Cloud, ein vernetztes System von Rechnern, welches Studierende und Lehrenden eine vereinheitlichte Zugriffsmöglichkeit auf Daten und Rechnerressourcen bis hin zu Hochleistungsrechnern anbietet. Das System soll sowohl digitalisierte Lehre als auch Forschung ermöglichen.
Im Rahmen des Projekts wurden zusätzlich zur gemeinsamen Entwicklung dieser Plattform von einzelnen Partneruniversitäten weitere Komponenten entwickelt, die in ein Gesamtsystem integriert werden können und sollen:
- Next Generation Repository für Forschungsdaten
- CyVerse Installation mit automatischem Deployment
- Monitoring von Speicherlösungen
- Jupyter mit Kubernetes
- Vorkehrungen für die Arbeit mit Gesundheitsdaten
- OpenStack basierte Software für HPC
Die im Rahmen des Projekts entwickelten Open Science Labs dienen auch als Basis für den Software Stack im Rahmen des MUSICA Projekts (Multi-Site Computing Austria), wodurch die Ergebnisse aus dem ADLS Projekt in Kooperation mit Austria Scientific Computing (ASC) für alle Universitäten nutzbar werden.
Besonders hervorzuheben ist der große Erfolg des Security Audits welches abschließend als Vorbereitung für den Transfer zu MUSICA mit den relevanten Systemkomponenten wiederholt wurde, sowie der mehrmalige produktive Einsatz im Rahmen einer Lehrveranstaltung.
Weiters wurde „Austrian Open Cloud Community” im Januar 2023 gegründet und besteht derzeit bereits aus 44 Mitgliedern.
Ein weiteres Ergebnis ist eine realistische Einschätzung des Aufwands, welcher für die Entwicklung und den Betrieb einer derartigen Cloud-Infrastruktur erforderlich ist. Dieser Aufwand war zu Projektbeginn deutlich unterschätzt. Für das flächendeckende Ausrollen einer derartigen Lösung an österreichischen Universitäten wäre daher eine universitätsübergreifende Struktur, vergleichbar mit ACOnet oder ASC, anzudenken.
